Annette Kappenstein berichtet : 

Kappenstein Annette - 3b

In 2008 ging für mich ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: das „ echte Afrika „ erleben.  Nicht als Tourist durchs Land reisen, sondern bis ins tiefste Herz Afrikas eindringen. In weit abgelegenen armseligen Dörfchen mit den Menschen zu reden, ihnen zu zuhören, zu lachen, zu tanzen, zu essen und zu schlafen. Wir verbrachten einige Tage und Nächte auf die gleiche primitive Weise, wie die Guineer ihr ganzes Leben verbringen.

Es war die große Frauenorganisation KLV in Flandern (Landfrauen in der DG), die eine Bildungsreise ins „ LAND DER FRAU „ organisierte, um die dortige belgische Entwicklungsorganisation TRIAS (früher EINER FÜR ALLE) und ihre Partner kennen zu lernen. Sehr schön und wissenswert ist dass „ LA GUINÉE „ tatsächlich „ DIE FRAU „ heißt ! Trias ist an erster Stelle eine ONG, die landwirtschaftliche Projekte fördert, wie Gemüse und Reisanbau, etc.

Frauenorganisationen

Guinea - 8Auf politischer Ebene setzt sich TRIAS für Menschenrechte ein. Bis vor einigen Jahren waren ihre Mitglieder beinahe nur männlich. Dies hat sich zum Glück geändert, da in der Entwicklungsarbeit die Einsicht entstanden ist, dass es ohne „ la Guinée „ überhaupt nicht geht. „ SARAH „ ist eine ziemlich junge und sehr vitale Frauenorganisationen die parallel zu den Männerprojekten, alles über Vermarktung und Mikrofinanzierungsprogramme lehrt. Von dieser Bildungsarbeit profitieren ca. 80.000 Guineer.

Hygiene

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Während unseres Aufenthaltes wurde uns rasch klar, dass in Fragen der Hygiene sehr viel Informationsbedarf besteht. Auf Druck der Mitreisenden und in Überlegung mit Trias Guinée, wo zu 90 % AfrikanerInnen die Projekte leiten, wurde entschieden ein Pilotprojekt zu starten. Hierzu wurden / werden immer noch Hygiene-Animatoren ausgebildet. Diese Ausgebildeten gehen in kleinste Dörfer, die Triasmitglied sind und lehren dort Dorffrauen in die elementaren Kenntnisse der Hygiene. Langsam kommt große Anerkennung hierfür von den Männern, was nicht so selbstverständlich ist, in einem polygamen Männerstaat.

Waschmaschinen

Guinea - 5Im März 2009 kamen vier Vertreter nach Belgien, besuchten u.a. ein Heimatmuseum, sahen dort eine altmodische Holzwaschmachine (manuell betrieben) stehen und waren entzückt. Wäsche waschen in solch einer Maschine sei viel weniger arbeitsintensiv als am Fluss zu waschen, meinten sie. Ein Limburger zeichnete einen Plan, der nach Guinée geschickt wurde und ein Prototyp wurde dort angefertigt. Großer Enthusiasmus entstand, als die Maschine zum ersten Mal betätigt wurde. Die Männer, die die Maschine gebaut hatten, haben ihre Hosen hineingesteckt....und sie kamen sauber heraus ! Seitdem werden Trommelmaschinen dort angefertigt.

Wir haben eine Lawine losgetreten...

Guinea - 7... und sie rollt immer noch! So wie „ Les Guinées" begeistert waren von uns, soviel mehr sind wir in voller Bewunderung für sie. In ihrer Armut sind sie trotzdem hoffungsvoll, mutig, neugierig, energievoll, stolz und schön. Fröhlich, lachend und tanzend gehen sie zum Feld, glauben daran, dass es mal besser wird. Ich denke, dass wir dringend etwas davon gebrauchen können! Ich wünsche und hoffe, es wird ein gutes Jahr für „ la Guinée"!

Annette Kappenstein-Vaes

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