Fast alle großen Tee-Exportländer sind ehemalige Kolonien des britischen Empires. Noch heute gehören Anbau und Verkauf der aromatisch-anregenden Blätter zu den wichtigsten Devisenbringern. Tee kommt in der Regel nicht aus kleinbäuerlichen Strukturen, sondern von Plantagen und wird auf dem Weltteemarkt versteigert. Die Preise schwanken und sind je nach Sorte und Region sehr unterschiedlich. Tee ist sowohl von seiner Geschichte als auch von seiner aktuellen Rolle im Welthandel für den Fairen Handel prädestiniert, denn er erzeugt auf den internationalen Märkten längst nicht die Preise, die er als landwirtschaftliches Spitzenerzeugnis eigentlich verdient hätte.

Fairer Handel

Im Fairen Handel werden Mindestpreise bezahlt und zusätzlich gibt es Sozialprämien, welche gezielt für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der PlantagenarbeiterInnen und Pflückerfamilien verwendet werden. Dieses Geld wird in einen Fonds einbezahlt, über dessen Verfügung die Plantagenbelegschaft in einem Komitee, dem sogenannten Joint Body, gleichberechtigt entscheidet.
(Quelle: www.fairtrade.at)

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Kaffee ist das wichtigste Agrargut im globalen Nord/Süd-Handel, nach Erdöl weltweit der zweitwichtigste Exportrohstoff. Über 25 Millionen Menschen sind weltweit mit Anbau, Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt. Das große Geschäft mit dem Kaffee wird jedoch vor allem im Rohstoffhandel gemacht. Mehrere multinationale Konzerne dominieren den Markt. Der Kaffee wird an der Börse gehandelt.

Seit dem Zusammenbruch des Kaffeeabkommens 1989 zwischen den kaffeeproduzierenden und -verbrauchenden Ländern haben die Preisschwankungen stark zugenommen. Seit 2002 steigt der Preis für Kaffee wieder, aber die ProduzentInnen bekommen einen immer geringer werdenden Anteil der weltweiten Einnahmen im Kaffeegeschäft. Als Ursachen werden Spekulationen und das vermehrte Auftreten von Billigproduzenten genannt. Besonders in Brasilien und Vietnam werden immer größere Kaffeeplantagen mit modernster Ausstattung aus dem Boden gestampft und die Kleinbauern und -bäuerinnen immer weiter verdrängt.

Hinzu kommt, dass Kaffeebauernfamilien auf dem konventionellen Markt oft weit weniger erhalten als die jeweilige Börsennotierung für Rohkaffee, da sie den Kaffee an Zwischenhändler zu miserablen Preisen verkaufen müssen. Den Kleinbauern und -bäuerinnen fehlt es an Mitsprache am Weltmarkt und an notwendigen Marktinformationen (z.B. über die globale Produktion und über das Konsumverhalten hinsichtlich biologischen Qualitätskaffees), um gegebenenfalls ihre Kaffeeproduktion nach Veränderungen ausrichten zu können.

Die soziale Lage der kleinbäuerlichen KaffeeproduzentInnen und die Auswirkungen, welche die Preisschwankungen auf sie haben, sind schon seit vielen Jahren Gegenstand des Fairen Handels.

(Quelle: www.fairtrade.at)