Die Kakaobranche zeichnet sich durch eine starke Konzentration aus. Sieben Länder produzieren 91% der Kakaobohnen weltweit, 5 Unternehmen kontrollieren 80% des Handels, einige wenige Gesellschaften kontrollieren die weitere Verarbeitung und sechs multinationale Konzerne halten 80% des Schokoladenmarktes.

Der Kakao, der zum größten Teil in Afrika angebaut wird, wird hauptsächlich an den Warenterminbörsen in London und New York gehandelt. Der Weltmarktpreis von Roh-Kakao gilt als einer jener Preise, die besonders anfällig für Schwankungen sind und wird daher auch oft für Spekulationszwecke missbraucht, was zu weiterer Instabilität beiträgt. Im Jahr 2000 fiel der Kakaopreis auf einen historischen Tiefstand von 800 US-Dollar je Tonne. Inzwischen ist auch der Weltmarktpreis wieder angestiegen. Politische Unruhen, zum Beispiel in der Elfenbeinküste, haben zu einer Rohstoff-Verknappung geführt, was höhere Preise nach sich zog.

Fairer Handel

Im FAIRTRADE-System bekommen die ProduzentInnen einen fixen Mindestpreis, der unabhängig vom aktuellen Weltmarkpreis ein regelmäßiges Einkommen garantiert. Übersteigt der Weltmarktpreis den FAIRTRADE-Mindestpreis von 1.600 US-Dollar je Tonne, wird den ProduzentInnen der höhere Preis gezahlt. Außerdem erhalten die Partnerkooperativen eine zusätzliche Sozialprämie für die gemeinschaftliche Verwendung und einen Bioaufschlag, wenn der Anbau auf ökologische Weise erfolgt. (Quelle : www.fairtrade.at)

Interessanter Link : Die Schoko-Seite
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Kaffee ist das wichtigste Agrargut im globalen Nord/Süd-Handel, nach Erdöl weltweit der zweitwichtigste Exportrohstoff. Über 25 Millionen Menschen sind weltweit mit Anbau, Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt. Das große Geschäft mit dem Kaffee wird jedoch vor allem im Rohstoffhandel gemacht. Mehrere multinationale Konzerne dominieren den Markt. Der Kaffee wird an der Börse gehandelt.

Seit dem Zusammenbruch des Kaffeeabkommens 1989 zwischen den kaffeeproduzierenden und -verbrauchenden Ländern haben die Preisschwankungen stark zugenommen. Seit 2002 steigt der Preis für Kaffee wieder, aber die ProduzentInnen bekommen einen immer geringer werdenden Anteil der weltweiten Einnahmen im Kaffeegeschäft. Als Ursachen werden Spekulationen und das vermehrte Auftreten von Billigproduzenten genannt. Besonders in Brasilien und Vietnam werden immer größere Kaffeeplantagen mit modernster Ausstattung aus dem Boden gestampft und die Kleinbauern und -bäuerinnen immer weiter verdrängt.

Hinzu kommt, dass Kaffeebauernfamilien auf dem konventionellen Markt oft weit weniger erhalten als die jeweilige Börsennotierung für Rohkaffee, da sie den Kaffee an Zwischenhändler zu miserablen Preisen verkaufen müssen. Den Kleinbauern und -bäuerinnen fehlt es an Mitsprache am Weltmarkt und an notwendigen Marktinformationen (z.B. über die globale Produktion und über das Konsumverhalten hinsichtlich biologischen Qualitätskaffees), um gegebenenfalls ihre Kaffeeproduktion nach Veränderungen ausrichten zu können.

Die soziale Lage der kleinbäuerlichen KaffeeproduzentInnen und die Auswirkungen, welche die Preisschwankungen auf sie haben, sind schon seit vielen Jahren Gegenstand des Fairen Handels.

(Quelle: www.fairtrade.at)