Über das Prinzip wirtschaftlicher Entwicklung durch verantwortungsvolles Konsumverhalten
Was ist "Fairer Handel"?
producer consumer Der gerechte Handel ist eine neuartige Form der Solidarität zwischen Produzenten und Verbrauchern, in der die Preise fair gehandelt werden und in der die Produzenten sich zu sozialen und ökologischen Leistungen verpflichten. Den Kleinbauern und den Handwerkern in der 3. Welt werden für ihre Produktion Preise garantiert, die 20 bis 30% über denen des lokalen Marktes liegen. Damit können diese Gruppen nicht nur unter menschenwürdigen Verhältnissen arbeiten, sondern können auch einen Teil ihrer Gewinne in Sozial- und Förderprogramme investieren, um aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt zu sichern und selbst für ihre eigene Weiterentwicklung zu sorgen.
Die Devise des fairen Handels lautet: Fairer Lohn und menschenwürdige Arbeitsbedingungen statt Spenden. Viele Organisationen handeln nach diesen Prinzipien und benutzen verschiedene Begriffe wie Made in Dignity - FAIR TRADE - Max Havelaar.
Der Verbraucher hat die Macht...
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"Der Verbraucher hat die Macht", denn jeder Verbraucher beeinflusst bei seinen täglichen Einkäufen, was, wie und unter welchen Bedingungen produziert wird. Mit der Macht hat der Konsument auch eine Verantwortung für seine Mitmenschen in der ganzen Welt und auch für die Welt, in der seine Kinder leben werden.

Weltladen-Kunden nehmen diese Verantwortung wahr, indem sie sich für "Made in Dignity"-Produkte entscheiden. Ihnen verdanken viele tausend Kleinhandwerker und Kleinbauern in Afrika, Südamerika und Asien eine Verbesserung ihres Lebensstandards.

Welche Bedingungen müssen die Partner im Süden erfüllen ?
Sie müssen:
  • Selbsthilfegruppen, Kooperativen und Genossenschaften von nichtkommerziellen Herstellern sein
  • eine demodratische Führung haben
  • in den benachteiligen Regionen der 3. Welt arbeiten
  • seriös und zuverlässig sein
  • ihre Mitarbeiter angemessen bezahlen und sozial behandeln
  • einen Teil der Gewinne in Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen investieren
Welche Bedingungen müssen die Produkte erfüllen ?
Sie müssen
  • von o.e. Partnern produziert sein
  • von guter Qualität sein
  • absatzfähig sein
  • mit umweltgerechten Anbau- und Verarbeitungsmethoden produziert sein
Vorteile für die Produzenten
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  • sie erhalten einen gerechteren Preis für ihre Ware
  • die traditionellen Handwerkskünste werden am Leben gehalten
  • teure Zwischenhändler werden umgangen, langfristige Lieferverträge werden abgeschlossen
  • die Partnerorganisationen gewähren ihnen zinslose Kredite für Werkzeuge, Geräte und Rohmaterialien
  • sie erhalten eine fachmännische Beratung bei Einkauf, Produktion und Vermarktung
  • Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen werden finanziert
Vorteile für die Käufer
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  • sie finden qualitativ hochwertige, überwiegend in Handarbeit hergestellte Artikel für sämtliche Bereiche des täglichen Bedarfs sowie viele Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Honig, Schokolade usw
  • sie erhalten eine Information über die Produkte, die zu fairen Preisen und Konditionen eingekauft werden
  • sie ermutigen und bestärken die Hersteller in ihrer Arbeit und geben ihnen die Möglichkeit, unter menschenwürdigen Verhältnissen zu arbeiten und zu leben
Rolle der Weltläden
Weltläden arbeiten nach wirtschaftlichen Prinzipien und verfolgen zugleich soziale Ziele. Sie wollen die Lebensbedingungen von Handwerkern und Kleinbauern verbessern, die durch die Strukturen ihres Landes sowie durch die Weltwirtschaft benachteiligt sind. Jeder hat die Möglichkeit, mit einem anderen Einkaufsverhalten dazu beizutragen.
Entwicklung
In den 70er Jahren entstand die Idee des fairen Handels. Der Kaffee aus fairem Handel war ursprünglich eher ein Symbolprodukt zur Aufklärungsarbeit über ungerechte Welthandelsstrukturen. Das Umsatzvolumen wuchs in den folgenden Jahren schnell an. Der faire Handel wurde immer mehr zum Modell mit wirtschaftlicher Bedeutung für die Handelspartner in den Ländern des Südens. Immer mehr findet man nun diese Produkte im "normalen" Handel.